Durch die globale Vernetzung ist die Welt heutzutage kleiner geworden, näher zusammengerückt. In kurzer Zeit können wir von einem Land in ein anderes reisen, fremde Städte erkunden und in neue Kulturen eintauchen. Doch nur zu oft kratzt man dabei leider nur an der Oberfläche. Wie also kann man ein Land wirklich kennenlernen, Land und Leute, wie man so schön sagt? Zugegeben, einfach ist das nicht, besonders, wenn man nur ein oder zwei Urlaubswochen zur Verfügung hat. Doch mit ein wenig Feingefühl und kulturellem Gespür kann man auch in kurzer Zeit authentische Einblicke in ein fremdes Land erhalten und nicht nur mit Urlaubsfotos der berühmtesten Bauwerke nach Hause fahren. Sondern mit einem Koffer voller neuer Erfahrungen, Bekanntschaften, Eindrücken und eventuell auch einem kleinen Teil der nun liebgewonnenen anderen Kultur.

Berühmte Bauwerke und Monumente sind wohl Teil jeder Reise. Nichts spricht dagegen, sich das historische Erbgut eines Landes anzuschauen, seine Künstler und Berühmtheiten kennenzulernen. Doch dabei sollte man es nicht belasssen. Je nach Kultur gibt es verschiedene Orte, an denen man in das Alltagsleben der Einheimischen eintauchen kann. Ob auf einem Markt, einem Strassenfest oder in einer versteckten Bar im Hinterhof. Manchmal muss man die wahre Kultur suchen und sich nicht von den touristischen Attraktionen und Angeboten blenden lassen. Dort, wo man hauptsächlich die Landessprache hört, dort ist man richtig. Eine gewisses Mass an Mut gehört auch dazu, man muss für einen Moment seine Scheu ablegen und sich trauen, mit seinen wenigen Brocken Fremdsprache mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Oft erzielt man mit der einfachen Frage nach einer Wegbeschreibung ganz erstaunliche Ergebnisse. Denn öffnet man sich einer anderen Kultur, so öffnet sie sich ebenfalls. Neue Möglichkeiten entstehen, Tipps für ein besonderes Restaurant, eine Tanzveranstaltung, das beste Kino der Stadt – wer, wenn nicht Einheimische, könnten einen besser beraten.

Auch ist es wichtig, sich selbst nicht nur als Touristen zu verstehen, sonst wird man auch als solcher wahrgenommen. Seien Sie Botschafter ihrer eigenen Kultur. Warum nicht einmal traditionnell kochen für den netten Barbesitzer, der einem so bereitwillig weitergeholfen hat? Warum nicht den Nachbarn vom Balkon gegenüber ein par Brocken der eigenen Sprache beibringen? Dem Einfallsreichtum sind hier keine Grenzen gesetzt. Und das Prinzip ist ganz einfach: Gibt man etwas von sich preis, investiert man ein wenig Kraft und Mut, dann wird auch etwas zurückkommen von der Kultur, die man kennenzulernen versucht.

Svenja Ohlsen, Praktikantin bei Tele World Linguistic Services