Unternehmen, die ihre Produkte nach Lateinamerika verkaufen wollen, müssen sich direkt zu Beginn die Frage stellen, welcher Sprachpolitik sie folgen möchten. Spanische Unternehmen beispielsweise legen zum Teil eine gewisse Egozentrik an den Tag, als wäre die Sprache, in der sie ihre Produkte verkaufen möchten nichts, worüber man weiter nachdenken müsste. Da bringt es nicht viel, dass ein Akademiker der RAE uns versichert, dass das Spanische vor allem „eine amerikanische Sprache mit Ablegern in Europa“ ist. Vielen scheint dies jedoch nicht bewusst zu sein. Ein Merkmal dieser Einstellung lässt sich meiner Meinung nach häufig beobachten: das Hervorheben des Duzens und eine vorgespielte Nähe des Unternehmens zu seinem potentiellen Kunden.

In den vergangenen Jahren war diese Marketing-Strategie sehr beliebt in Spanien, auch wenn ich glaube, dass dies in Lateinamerika unmöglich wäre, durch den dort weitverbreiteten Gebrauch der Höflichkeitsform und des „voseo“ ( argentinisches Duzen mit „vos“ statt „tú’“).

Aber kehren wir zu den Unternehmen zurück, über die ich am Anfang sprach: Wenn jemand sein Produkt verkaufen möchte und zwar sowohl in Lateinamerika als auch in Spanien, so gibt es zwei sprachliche Strategien: Lokalisierung oder Nicht-Anpassung. Erstere besteht darin, den Ausgangstext der jeweiligen sprachlichen Varietät des betreffenden Landes anzupassen. Um spanische Texte zu lokalisieren haben sich drei Typen des Spanischen durchgesetzt:

  • Das spanische Spanisch (auch europäisches oder iberisches Spanisch genannt)
  • Das Spanisch der Region Rio de la Plata für Argentinien, Paraguay und Uruguay.
  • Ein Sprachentyp, basierend auf dem Mexikanischen für die restlichen Länder: Mexiko, die Vereinigten Staaten, Kanada, Zentralamerika und die restlichen hispanoamerikanischen Länder.

Wenn das jeweilige Unternehmen jedoch alle oder die Mehrheit der spanischsprachigen Länder ansprechen möchte, wie im Falle von Massenmedien, bei Synchronisationen und Software-Unternehmen, ist es ratsam, regionale Merkmale zu beseitigen, ob lexischer, grammatikalischer oder morphologischer Art, durch den Gebrauch des sogenannten neutralen Spanisch. Es handelt sich hierbei um ein Spanisch, dessen Akzent oder Charakteristika keinem bestimmten Land zugeordnet werden können. Im Folgenden betrachten wir den Fall der Synchronisationsfirmen und grossen Software-Unternehmen:

Dadurch, dass auf dem Markt des Fernsehens alle spanischsprachigen Länder Lateinamerikas als ein gemeinsames Gebiet für Fernsehprogramme und gewerkschaftliche Zusammenschlüsse angesehen werden, werden Synchronisationen in einem neutralen Spanisch erstellt, indem Redewendungen, Akzenten und Wörtern, die in einem der hispanoamerikanischen Ländern anstössig sein können, vermieden werden. Dieses neutrale Spanisch, welches für Synchronisationen gebraucht wird, zeichnet sich http://remoandaluz.es/servicio-medico/comprar-cialis durch folgende Merkmale aus:

  • In der zweiten Person Plural wird „ustedes“ (Sie) und nicht „vosotros“ (Ihr) verwendet, sowie bei verbal Konjugationen der dritten Person Plural (zum Beispiel: ¿Cómo están (ustedes)? (Wie geht es Ihnen?)).
  • Der Gebrauch des „tú“ (Du) oder des „usted“ (Sie) richtet sich nach der Beziehung, die zwischen den Dialogpartnern besteht, „usted“ (Sie) drückt ein respektvolleres Verhältnis aus.
  • Die Aussprache von s, c und z sowie von b und v ist einheitlich.
  • Allein der Buchstabe „h“ ist stumm, alle anderen werden gesprochen.

Früher konnte man in manchen Fällen das neutrale lateinamerikanische Spanisch auch in Spanien im Fernsehen hören (Disneyfilme,…), heutzutage jedoch nicht mehr. Dies führte dazu, dass auf den spanischen Bildschirmen von „automóviles“ (Kraftfahrzeugen) die Rede war und nicht wie üblich von „coches“ (Autos).

Erstaunlicherweise sind auch grosse multinationale Unternehmen ein Motor der Vereinheitlichung des Spanischen, durch die Herausgabe ihrer Handbücher, ihrer Informatikprogramme, ihrer Webseiten, usw. in einheitlichen Sprachen und auf englisch, um den weltweiten Markt bedienen zu können. In diesen Fällen ist es praktischer eine neutrale Version des Spanischen zu wählen, als für jedes Land und jede Region eine Variante zu benutzen; wenn man dies in jedem Land machen würde, käme man bestimmt auf zwanzig verschieden und eine regionale Einteilung gestaltet sich schwierig, denn man müsste entscheiden welche Länder unter die gleiche Region fallen und auch auf logistischer Ebene wäre dies problematisch. Das Ergebnis ist normalerweise das „neutrale Spanisch“, wie man es im Gebiet der Lokalisierung nennt. Eine Spachvariante, bei der Termini, die einem bestimmten Land angehören vermieden werden („ordenador“ (Computer) ist ein Begriff aus Spanien) oder auch regionale linguistische Phänomene (das „voseo“, das argentinische Duzen mit „vos“ statt „tú“). Diese Variante wird durch Glossare erarbeitet, die bevorzugte und zu vermeidende Termini auflisten. Im Informatiksektor ist dieses Phänomen sehr weit verbreitet, denn durch das Ergebnis können immense Kosten gespart werden, auch in der Produktion, und dies führt indirekt zu einer Vereinheitlichung des Spanischen.

Bei Tele World Services arbeiten wir mit Übersetzern und Redakteuren zusammen, die sich auf die Redaktion von Webinhalten in einem neutralen Spanisch spezialisiert haben, sowie auf die Lokalisierung für Länder Lateinamerikas. Zögern Sie nicht, einen unverbindlichen Kostenvoranschlag anzufordern oder auch einen kostenlosen Evaluationsbericht bezüglich der Korrektur von bereits bestehenden Inhalten und vergessen Sie nicht, dass wir auch Untertitelungsdienste anbieten.

Karin Blanco

Mitbegründerin

 

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